Unter dem Motto „Viel Lärm. Viel Nichts.“ rückt DER TERZ die Skandalisierung und Extremisierung der medialen Berichterstattung in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die Verbreitung von Nachrichten wird heutzutage zunehmend von wirtschaftlichen Zielen gelenkt, was dazu führt, dass die Grenzen zwischen Information und Unterhaltung mehr und mehr verschwimmen.

Projektrahmen

Die 40-seitige Publikation entstand im Rahmen der Abschlussarbeit an der DHBW Ravensburg in Zusammenarbeit mit meiner Mitstudentin Johanna Perret. Ziel des Projekts ist es, für einen bewussteren Umgang mit der Informationsdarstellung in Nachrichtenmedien zu sensibilisieren. Der medienkritische Ansatz soll daher nicht nur aufklären, sondern eine aktive Auseinandersetzung mit der Zeitung und der Thematik im Allgemeinen fördern.

Thema

Wie Medienkritiker Neil Postman sagte: „Was als ein Strom nützlicher Informationen begann, hat sich inzwischen in eine Sturzflut verwandelt.“ Die Komplexität von Informationen, welche sich unter anderem auf eine enorme Medien-Vielfalt sowie auf die Globalisierung von Nachrichten zurückführen lässt, resultiert im Informationsüberfluss. Unsere Generation wird tagtäglich mit Problemen ethischer, wirtschaftlicher, sozialer, politischer oder ökologischer Art konfrontiert. Diese Entwicklung und ein hart umkämpfter Markt führen dazu, dass sich nicht nur private Unternehmen den Effekt des Infotainments zunutze machen, sondern auch Nachrichtenmedien aller Art. Aufmerksamkeit ist heutzutage zu einer Art Leitwährung geworden, weshalb sich viele Journalisten und Redaktionen der Extremisierung und Skandalisierung zur Aufmerksamkeitssteigerung bedienen.
Zahlreiche Faktoren beeinflussen inhaltliche, sprachliche und optische Darstellung von Nachrichten und damit auch unser persönliches Verständnis der Inhalte. Eine kritische und eigenständige Auseinandersetzung mit diesen bedarf daher grundlegender Kenntnis über Arbeits- und Funktionsweise der Nachrichtenmedien. Aus diesem Grund stellen wir mit diesem Projekt ein Thema in den Vordergrund, das die Nachrichten selbst nur selten beleuchten: sich selbst.

Medium

Obwohl sich im Terz eindeutig Grundlagen des klassischen Zeitungsdesigns erkennen lassen, bricht er bewusst aus diesem Rahmen aus. Ziel der Publikation ist es nicht, dem Leser die gebotenen Informationen klar und unmissverständlich zu präsentieren, sondern ihn zu eigener Mithilfe an der Entschlüsselung der Botschaften zu motivieren. Aus diesem Grund wurde das steigende Ungleichgewicht von Information und Unterhaltung in zwei übereinander angeordnete Ebenen übersetzt: Eigens verfasste Artikel und Infografiken klären auf der Inhaltsebene über die Funktionsweise der Medien auf. Die daraufliegende rote Interpretationsebene nimmt auf ironische und provokative Weise auf erstere Bezug.

Farben

Die Reduktion auf Graustufen und die Farbe Rot führt insgesamt zu einer Steigerung der visuellen Dramaturgie. Die plakative Seitengestaltung mit viel Weißraum und großformatigen Elementen unterstützt diese zusätzlich und schafft eine visuelle Hierarchie, die den Blick des Lesers durch die Seite leitet. Um den Zeitbezug herzustellen, wurden aktuelle Skandalfälle in die Zeitung integriert und provokativ interpretiert.

Interaktivität

Interaktive Elemente lassen einen intensiven Dialog zwischen der Zielgruppe und dem analogen Medium entstehen. Sie zielen darauf ab, die klassische, eingleisige Informationsvermittlung vom Medium zum Leser aufzubrechen und stattdessen aktive Partizipation zu fördern. So soll deutlich gemacht werden, dass Hinterfragen und kritisches Zwischen-den-Zeilen-Lesen von hoher Bedeutung im Umgang mit Nachrichten sind, und diese nicht als bloßes Konsumgut gesehen werden sollten.

Präsentation

Für die Ausstellung der Abschlussarbeit im alten Theater Ravensburg wurde eine gekürzte Tabloid-Ausgabe der Zeitung entwickelt und als Give-Away bereitgestellt. Buttons und Sticker lagen ebenfalls zum Mitnehmen bereit. Beim ADC Nachwuchswettbewerb gewann der Terz 2014 eine Auszeichnung. Ebenso wurde er auf designmadeingermany vorgestellt.

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