Pioniere — Landwirtschaft. Gemeinsam.

Pioniere ist das Konzept für ein zukunftsweisendes Gemeinschaftsprojekt in Südtirol, welches auf dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft basiert. Ziel war die Schaffung einer starken, repräsentativen Marke für die Mitglieder einer SoLaWi-Gruppe mit Landwirten aus dem Vinschgau und Unterstützer*innen aus der Stadt Bozen. Entwickelt wurde es zusammen mit meiner Mitstudentin Giulia Bencini im Rahmen einer Semesterarbeit an der Freien Universität Bozen.

Thematik

Die Ausgangsidee liegt darin, eine Verbindung zwischen einer Gruppe biologischer Landwirt*innen aus dem Vinschgau und einer Gemeinschaft von Bürger*innen in Bozen zu schaffen. Erstere beliefert danach Zweitere in regelmäßigen Abständen mit frischen Lebensmitteln und etabliert durch gemeinschaftliche Veranstaltungen, Mitarbeitsmöglichkeiten und Informationsmaterialien eine langfristige, persönliche Beziehung. Im Zentrum stehen dabei die Produkte selbst und die Geschichte dahinter. Die teilnehmenden Produzent*innen profitieren nicht nur von einer treuen Abnehmerschaft ihrer Produkte, sondern bieten den Verbraucher*innen die Chance, sich aktiv zu engagieren, einen praktischen Einblick in die landwirtschaftliche Arbeit zu erhalten und damit ein gesteigertes Verständnis für die Risiken, Schwierigkeiten und damit den Wert der Produkte.

Zielsetzung

Ziel ist es, eine vom globalen Markt unabhängige, persönliche und solidarische Gemeinschaft zu schaffen, in der es nicht nur um den Austausch von Waren und Geld geht, sondern um den von Wissen, Zeit und aktiver Unterstützung. Zusammengefasst: ein zirkuläres Wirtschaftssystem in einem kleinen, regionalen Rahmen zu realisieren. Die Aufgabe der Gestalterinnen liegt dabei in der Findung eines praktikablen Ansatzes, bei dem alle Beteiligten profitieren, als auch in der Schaffung einer ansprechenden und funktionalen Gestaltung der visuellen Identität des Projekts sowie des Produktdesigns.

Naming

Nach einer ersten Reihe an Interviews mit interessierten Landwirt*innen, in denen immer wieder das Wort “Pioniere” fiel, stand der Name für das Projekt fest. Vorreiter*innen auf ihrem Gebiet, bewirtschaften die Produzent*innen ihr Land nachhaltig und vielfältig, leben eine ganzheitliche und zukunftsweisende nachhaltige Philosophie und verfügen über einen riesigen Wissens- und Erfahrungsschatz im Bereich der ökologischen Landwirtschaft.

Branding

Die visuelle Marke sollte vor allem die Authentizität, Unverstelltheit und Natürlichkeit der Landwirt*innen widerspiegeln. Der Name wurde in einer minimalistischen, starken serifenlosen Block-Font gesetzt. Das aufgespaltene O aus Pioniere schafft einen Bezug zur Kreislaufwirtschaft und steht gleichzeitig für die beiden am Projekt beteiligten Gruppen, die auf eine neue, persönlichere Art wieder zusammengeführt werden sollen. Ebenso stehen die beiden nach außen geöffneten Halbkreise für Offenheit und Aufgeschlossenheit. Der Slogan „Landwirtschaft. Gemeinsam.“ vervollständigt schließlich das Logo und erklärt kurz und bündig, worum es im Projekt geht. „Pioniere“ kann sowohl auf Deutsch, als auch auf Italienisch gelesen werden. Lediglich der Slogan ändert sich in der italienischen Variante zu „Agricoltura. Insieme.“, womit das Logo in beiden Sprachen verständlich wird und beide Zielgruppen erreicht.

Grafikdesign

Handgezeichnete feingliedrige Illustrationen vom Inhalt der Abo-Kisten — Obst und Gemüse — unterstreichen die Natürlichkeit und Naturbelassenheit. In Kombination mit zwei Faserpapieren und einem orange-braunen Karton verleihen sie dem Projekt visuell eine elegante, wertige Erscheinung. Typografisch entschieden wir uns für eine wenig klassische Serifenschrift: „Averia Serif Libre“. Diese erscheint durch ihre unvollkommenen Buchstabenformen fürs Auge fast etwas verschwommen und erinnert an den manuellen Druck durch Letterpress — und damit an eine vergangene Zeit. Gleichzeitig wurde dem Gestaltungsrepertoire eine echte Handschrift hinzugefügt, um dem Projekt eine persönliche und freundliche Note zu geben.

Kommunikationsdesign

Die Kommunikationsmaterialien wie Poster, Postkarten, Briefvorlagen und vieles mehr haben einerseits das Ziel, das Projekt zu bewerben und andererseits den Mitglieder*innen als Kommunikations- und Informationsmaterial zu dienen. So liegen den Abo-Kisten regelmäßig Postkarten bei, die enthaltene Gemüse- und Obstsorten erläutern, Einladungskarten informieren über Events und Veranstaltungen, Briefe kommunizieren geschäftliche Belange, Visitenkarten dienen den Produzent*innen als Werbematerial und Poster informieren die Öffentlichkeit über das Projekt.

Produktdesign

Das Produktdesign hält sich wie der Rest klar und minimal: Ein bedruckter Beutel aus weichem aber robustem Leinenstoff lässt sich einerseits als Rucksack und andererseits als Tragetasche verwenden. Die Landwirt*innen bzw. eine zuständige Person befüllen die Taschen wöchentlich mit frischen Waren vom Feld und platzieren diese in stabile, ebenfalls gebrandete, Obstkisten. Diese werden schließlich in die Stadt transportiert und können dort an einem zentralen Sammelpunkt von den Mitglieder*innen abgeholt werden.

Umsetzung

Wegen Zeitmangel blieb das Projekt ein Konzept und wurde bisher noch nicht umgesetzt. Idee sowie gestalterischer Rahmen warten also noch darauf, irgendwo, irgendwann realisiert zu werden. Bei Interesse freue ich mich über eine Nachricht!

Kontext —

2. Semester, Freie Universität Bozen


Kategorien —

Konzept, Grafikdesign, Branding, Fotografie, Webdesign, Illustration, Typografie

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